Ethylglucuronid im Urin
Mindestens 4 Kontrollen in 6 bzw. 6 in 12 Monaten, mit zufälliger, kurzfristiger Einbestellung. Weist Alkoholkonsum der vergangenen Stunden bis Tage nach.
Fünf Themenblöcke prägen das Gespräch: was passiert ist, wie dein Trinkverhalten aussah, warum, was sich verändert hat und wie du vor Rückfällen schützt. Hier liest du, in welche Richtungen die Fragen zielen, nicht, was du sagen sollst. Urteilsfrei, mit Quellen.
Bei der Alkohol-MPU drehen sich die Fragen um fünf Themenblöcke: Anlass, Trinkverhalten, Ursachen, Veränderung und Rückfallvermeidung. Es gibt keine Fragen mit richtig oder falsch. Der Gutachter prüft, ob deine Antworten zur Aktenlage passen (Promillewert, Vorgeschichte) und ob die Veränderung nachvollziehbar ist. Entscheidend sind die Grenzwerte ab 0,5 / 1,1 / 1,6 ‰ (FeV § 13 und § 24a StVG) und die Frage Abstinenz oder kontrolliertes Trinken. Auswendig gelernte Musterantworten fallen auf und schaden.
Die Fragen wirken persönlich, folgen aber einer klaren Logik: Der Gutachter will verstehen, ob deine Geschichte stimmig ist und die Veränderung trägt.
Was ist passiert? Promillewert, Umstände, Vorgeschichte und wie du das heute selbst siehst. Der Ausgangspunkt, an dem sich die weiteren Fragen orientieren.
Anlass und typische FragenWie sah dein früherer Konsum aus: Mengen, Häufigkeit, Situationen? Gefragt ist eine ehrliche Einordnung, die zur Aktenlage passt.
Fragen zum TrinkverhaltenWarum wurde getrunken — welche Funktion hatte Alkohol? Stress, Gewohnheit, soziales Umfeld? Ohne verstandene Ursache bleibt Veränderung unglaubwürdig.
Ursachen im GesprächWas ist seit dem Vorfall konkret anders? Konkrete, belegbare Veränderung statt guter Vorsätze — „seit X mache ich Y statt Z".
Fragen zur VeränderungWie sorgst du dafür, dass es nicht wieder passiert? Konkrete Strategien für echte Risikosituationen, nicht „ich passe einfach besser auf".
RückfallvermeidungDer Anlass bestimmt, worauf die Fragen zielen. Diese Werte sind Richtwerte nach FeV und StGB. Der konkrete Bescheid ist immer maßgeblich.
| Anlass | Einordnung |
|---|---|
| ab 0,5 ‰ | Ordnungswidrigkeit (§ 24a Abs. 1 StVG) |
| ab 1,1 ‰ | absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat (§ 316 StGB) |
| ab 1,6 ‰ | MPU in der Regel angeordnet, auch bei Ersttätern (§ 13 FeV) |
| wiederholte Alkoholfahrten | MPU auch unterhalb 1,6 ‰ möglich |
| Anzeichen Missbrauch / Abhängigkeit | MPU nach § 13 FeV |
Die Fahrerlaubnisbehörde legt im Bescheid fest, welche Frage das Gutachten beantworten soll. Genau darauf zielen die Fragen im Gespräch.
1,6 ‰ führen in der Regel zur MPU, nicht „zwingend". 0,1 bis 0,2 ‰ pro Stunde baut der Körper ab (Richtwert, individuell verschieden).
Eine der häufigsten Fragen und eine, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Es kommt auf die fachliche Einordnung deines Konsummusters an.
Ist eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert, gilt kontrolliertes Trinken fachlich als nicht tragfähig. Erwartet wird dauerhafte Abstinenz, lückenlos und forensisch nachgewiesen — in der Regel ein Jahr nach einer abgeschlossenen Entwöhnungsbehandlung. War die Reha ambulant, sind es insgesamt mindestens 15 Monate, die Therapiezeit eingerechnet, davon sollten mindestens 3 nach ihrem Ende liegen; war die Reha stationär oder teilstationär und ging ihr ein längerer nachvollziehbarer Abstinenzzeitraum voraus, sind es mindestens 6 Monate nach Abschluss, insgesamt mindestens 15 Monate; gelang bei Abhängigkeit der Verzicht ganz ohne Entwöhnungsbehandlung, sind es ebenfalls mindestens 15 Monate.
Liegt Alkoholmissbrauch ohne Abhängigkeit vor, kann kontrolliertes Trinken plausibel sein, aber es ist ein seltener Ausnahmeweg, kein Wahlangebot. Er setzt eine Psychotherapie oder verkehrspsychologische Maßnahme bei einer qualifizierten Fachperson voraus und läuft in drei Phasen ab — Verzicht, Erprobung, Stabilisierung: insgesamt etwa ein Jahr, begleitet durch PEth-Blutkontrollen (Grenze 60 ng/ml). Ausgeschlossen ist er bei Abhängigkeit, bei körperlichen Folgen langjährigen Konsums und bei Mischkonsum. Bei sehr hohen Promillewerten oder Wiederholung wird in der Praxis meist Abstinenz erwartet.
Wo Abstinenz der Weg ist, zählt nicht das Wort, sondern der objektive Nachweis. Diese Marker sind anerkannter forensischer Standard nach den Beurteilungskriterien („Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung“, 5. Aufl., DGVP/DGVM).
Mindestens 4 Kontrollen in 6 bzw. 6 in 12 Monaten, mit zufälliger, kurzfristiger Einbestellung. Weist Alkoholkonsum der vergangenen Stunden bis Tage nach.
Etwa 1 cm Haar entspricht rund 1 Monat Rückblick, ausgewertet werden 3 cm kopfhautnahes Haar. Nach SoHT-Konsens (2019) gelten Werte unter 5 pg/mg als mit Abstinenz vereinbar.
Direkter Blutmarker für Alkoholkonsum der vergangenen Wochen. Zentral bei einem fachlich begleiteten Weg des kontrollierten Trinkens: dort liegt die Obergrenze bei 60 ng/ml und darf weder im Ausgangswert noch im Verlauf erreicht werden.
Indirekter Blutmarker für chronisch erhöhten Alkoholkonsum. Ergänzt das Gesamtbild, reicht aber allein nicht aus — bei kontrolliertem Trinken gelten nur direkte Marker (EtG, PEth) als verlässlich.
Nachweise müssen lückenlos ab Programmstart geführt sein, nach dem CTU-Standard der Beurteilungskriterien. Dauer: bei Missbrauch in der Regel ein Jahr, frühestens nach sechs Monaten; in der Regel ein Jahr nach abgeschlossener Entwöhnung bei Abhängigkeit; bei ambulanter Reha insgesamt mindestens 15 Monate (Therapiezeit eingerechnet, davon sollten mindestens 3 nach ihrem Ende liegen); bei stationärer oder teilstationärer Reha mit längerer nachvollziehbarer Abstinenz davor mindestens 6 Monate nach Abschluss, insgesamt mindestens 15 Monate; bei Abhängigkeit ohne Entwöhnungsbehandlung mindestens 15 Monate.
Die meisten Antwortfehler entstehen nicht durch falsche Worte, sondern durch falsches Denken. Eine Übersicht — ohne Musterantworten.
„Das war einmalig" — obwohl ein Wert ab 1,6 ‰ und die Vorgeschichte dagegen sprechen. Solche Widersprüche zur Aktenlage fallen sofort auf.
Stress, andere, Pech. Wer Verantwortung nach außen schiebt, zeigt keine Einsicht und ohne Einsicht wirkt jede Veränderung instabil.
Wer nicht erklären kann, warum es zum problematischen Konsum kam, kann nicht glaubhaft machen, dass das Problem gelöst ist.
„Ich will weniger trinken" ist ein Vorsatz, kein Beleg. Gefragt ist, was sich konkret und nachprüfbar geändert hat.
„Mir passiert das nie wieder" ohne Strategie klingt nach Selbstüberschätzung. Glaubhaft wird es nur mit benanntem Plan für konkrete Risikosituationen.
Floskeln, die nicht zur eigenen Geschichte passen, erkennen Gutachter und sie prüfen gezielt auf Widersprüche.
Die wichtigsten Fragen rund um das Gespräch, klar und ohne Beschönigung.
Die Fragen drehen sich um deinen Anlass, dein früheres Trinkverhalten, die Ursachen des problematischen Konsums, deine Einsicht, die konkrete Veränderung und deine Strategie für Risikosituationen. Es geht nicht um den Tattag allein, sondern darum, ob sich nachvollziehbar und stabil etwas geändert hat. Feste Musterantworten gibt es nicht. Der Gutachter prüft Glaubwürdigkeit und Selbstreflexion.
Nein. Auswendig gelernte Antworten erkennen Gutachter schnell und sie wirken unglaubwürdig. Wichtig ist, den eigenen Fall ehrlich zu verstehen: warum es zum problematischen Konsum kam, was sich seitdem geändert hat und wie stabil diese Veränderung ist. Es geht um echte Selbstreflexion, nicht um vorgefertigte Sätze.
Das hängt vom Einzelfall ab. Bei diagnostizierter Alkoholabhängigkeit ist dauerhafte Abstinenz erforderlich. Bei Alkoholmissbrauch ohne Abhängigkeit kann kontrolliertes Trinken plausibel sein, aber nur mit einem stabilen, glaubhaften Kontrollmechanismus. Wird Abstinenz nachgewiesen, zählen forensische, lückenlose Nachweise wie EtG-Urinscreening oder EtG-Haaranalyse.
Das psychologische Gespräch dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten. Es ist der zentrale Teil der MPU. Themen sind Ursachenklärung, Einsicht, konkrete Verhaltensänderung und eine stabile Strategie gegen Rückfälle.
Bei einer Trunkenheitsfahrt ab 1,6 Promille ordnet die Fahrerlaubnisbehörde in der Regel eine MPU an, auch bei Ersttätern. Ab 1,1 Promille gilt absolute Fahruntüchtigkeit (Straftat nach § 316 StGB). Eine MPU kommt außerdem bei wiederholten Alkoholfahrten oder Anzeichen von Alkoholmissbrauch beziehungsweise -abhängigkeit nach § 13 FeV in Betracht.
Häufige Fehler sind Bagatellisieren des früheren Konsums, Widersprüche zwischen Aktenlage und Erzählung, vage oder auswendig gelernte Floskeln und das Fehlen einer konkreten, stabilen Strategie für Risikosituationen. Glaubwürdig wird es, wenn Ursachen, Veränderung und Rückfallschutz nachvollziehbar zusammenpassen.
Diese Seite ist ein kostenloser Fachratgeber zur Alkohol-MPU. Ewald Sander, der Autor dieser Seite, arbeitet sachlich und urteilsfrei, gibt keine Musterantworten, keine Erfolgsversprechen und keine Diagnosen. Mehr zur Arbeitsweise auf „Über diese Seite".
Zuletzt geprüft am 16. Juli 2026.
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